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Der Ganztagsschulkongress
Mitglieder des Landesschülerrates waren dabei
Im Auftrag des Landesschülerrats besuchten am 18.03.09 die Schüler Rahel Boden (Zeitz), Felix Schumacher (Dessau-Roßlau) und Björn Dahncke (Dessau-Roßlau) den Ganztagsschulkongress. Dieser fand im Magdeburger Büro- und Tagungscenter statt.
Mit kurzer Verspätung wurde man um ca. 10:15 Uhr in den Hauptsaal gebeten, um der Eröffnung beizuwohnen. Diese bestand aus zwei am Anfang eingespielten Liedern, welche von Kindern einer Grundschule aus Stendal begleitet wurden. Im Anschluss daran begrüßte die Moderatorin die politische Prominenz: den Kultusminister des Landes Sachsen- Anhalt Herrn Prof. Dr. Jan- Hendrik Olbertz, Ministerpräsident Herrn Prof. Dr. Wolfgang Böhmer und die Geschäftsführerin der Kinder- und Jugendstiftung Frau Dr. Heike Kahl.
Sie bedankte sich außerdem bei den über 400 anwesenden Lehrern, Schülern, Sozialpädagogen und anderen interessierten Personen für ihr Erscheinen.
Anschließend hielt Ministerpräsident Böhmer eine Rede, in der er sich hauptsächlich auf das Thema der Integration von Eltern in die Bildung und Entwicklung der Schüler bezog. Er kritisierte u.a die Einstellung mancher Eltern: „Sollen sich doch die Lehrer um die Entwicklung kümmern!“ Außerdem sprach er an, dass die Jugendlichen stärker zum Lernen animiert werden müssen ,indem man sie neugierig auf neuen Lernstoff macht.
Dies sollte z.B. durch Praktika u.ä. veranschaulicht werden, damit die Schüler die Notwendigkeit des zu lernenden Stoffes verstehen Abschließend sprach er indirekt das Thema Amoklauf und Gewalt an Schulen an. Böhmer kritisierte, dass es an den Schulen und in den Familien teilweise nicht ausreichend Aussprachemöglichkeiten gibt. Der Ministerpräsident wurde mit großem Applaus von der Bühne verabschiedet.
Die Moderation bedankte sich und leitete zum nächsten Thema über. Dies befasste sich mit dem künstlerischen Projekt des Themenatelier „Ganztägig lernen“: „Kulturelle Bildung an Ganztagsschulen: Klappe, die 2.“
http://www.ganztaegig-lernen.org/www/web236.aspx
Vorgestellt wurden zwei Projekte. Beim ersten Projekt handelte es sich um eine Tanzchoreografie von Schülern der Ganztagsschule Lessing aus Salzwedel in Zusammenarbeit mit der Tanzschule Müller. Das Video ist mit einem selbstgeschriebenen Song unterlegt. Das Motto beider Projekte lautet: „Hip Hop und Anderssein“. Das 2. Projekt stammt von der Sekundarschule an der Stadtmauer (Dessau-Roßlau). Es ist ein Rap, unterlegt mit Videoausschnitten der Rapper und ihres multikulturellen Freundeskreises aus Dessau- Roßlau. Das Video gewann auch außerhalb dieses Projekts Preise.
Danach betrat eine Kabarett-Gruppe, bestehend aus Schülern der 8. und 9. Klassen des GutsMuths Gymnasiums Quedlinburg, ( http://www.gmg.bafz.de/ )die Bühne. Zur Zeit treten sie unter dem Thema „Yes we can“ auf und starteten mit der guten Frage: Was können wir?!
Daran schlossen sich amüsant übertriebene Kritik am Bildungswesen, den Inhalten des Faches Mathematik und Eigenarten der Lehrer dieses Faches an.
Nach diesem entspannend amüsanten Teil der Tagesordnung ging es weiter mit Fragestellungen von Schülern an Frau Dr. Heike Kahl und Herrn Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz. Was beide zuerst erklären mussten, war der Umfang ihres Aufgabenbereichs und worin ihre Möglichkeiten bestehen, etwas zu ändern. Frau Dr. Kahl positionierte sich zu dem Thema insofern, dass sie beschrieb, dass der Einzelne nichts verändern kann. Somit müssen die Schulen, Ministerien, Eltern und Stiftungen gemeinsam arbeiten und zum Schluss eine Einheit ergeben. Und sie lobte unser Bundesland in dieser Hinsicht mit den Worten: „Sachsen-Anhalt ist ein famoses Land!“ Anschließend erläuterte Prof. Dr. Olbertz nachdrücklich, dass er allein nicht in geringster Weise so viel bewegen und verändern kann wie Schulen und Schüler, die zusammenarbeiten, da die Schulen mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten haben.
Danach sprach er kurz an, worauf es bei einer guten Schule bzw. Ganztagsschule ankommt, was die Kriterien sind. In dem Zusammenhang nannte er Indikatoren für solche Schulen wie z.B.: individuelle Förderungen, dass Probleme erkannt werden, bevor sie eskalieren, unterschiedliche Unterrichtsformen, ein gutes und starkes Gemeinschaftsbild , und natürlich auch die schülerischen Leistungen. Im weiteren Verlauf des Gesprächs kristallisierten sich außerdem noch gemeinsame Anliegen heraus, wie die Zusammenarbeit von Schulen und Firmen, um den Schülern „die Relevanz des Lernstoffes“ zu erläutern. Abschließend sollten Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz und Dr. Kahl in einem Satz sagen, was sie sich für die Zukunft wünschen. Darauf Prof. Dr. Kahl: „Ich wünsche mir, dass die Schüler wieder mit Freude zur Schule gehen und nicht wie zum Zahnarzt.“
Prof. Dr. Olbertz antwortete weitaus umfassender in Nebensätzen.
Die letzte Rede hielt Prof. Dr. Olaf- Axel Burow von der Universität Kassel. Das Thema war: „Welche Schulkultur braucht die Ganztagsschule?“. Sein Vortrag befasste sich hauptsächlich mit der Idee einer Neuordnung der Schule, was ab und an revolutionären Charakter entwickelte. Unter anderem stellte Prof. Dr. Burow die 45 minütige Unterrichtsstunde in Frage.
Dieser Teil des Tages ging bis 12:00 Uhr. Anschließend konnte man sich am Buffet eine Stunde lang die Mittagspause vertreiben. Abschließend hatte jeder die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Fachvortragsangeboten zu unterschiedlichsten Themen zu wählen und sich zweimal anderthalb Stunden lang zu dem jeweiligen Thema einem Vortrag beizuwohnen. Um 17:00 Uhr endete die Veranstaltung.
Björn Dahncke
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